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Mehr Syphilis Fälle durch Viagra Anwendung?

Der wachsende Freizeitkonsum von Crystal Meth und Viagra begünstigt anscheinend eine steigende Zahl der Syphilis Fälle, HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten, insbesondere unter schwulen und bisexuellen Männern in den USA.
Eine Studie fand heraus, dass mehr als 17 Prozent von 1263 schwulen Männern, die sich an einen Arzt wegen einer Geschlechtskrankheit gewendet haben, in den letzten vier Wochen die stimulierende Droge Crystal Meth einnahmen. Drogen-Anwender werden doppelt so häufig wie Nichtanwender mit HIV, dem Virus, der AIDS verursacht, infiziert. Bei Drogen-Anwendern werden Syphilis und Gonorrhoe dementsprechend 5mal und 2mal häufiger diagnostiziert.
Ärzte im Gesundheitsamt in San Francisco fanden heraus, dass schwule Männer, die sowohl Crystal Meth als auch Viagra einnehmen, 6mal häufiger mit Syphilis angesteckt werden als jene, die keine Drogen einnehmen.
In einer weiteren Studie wurden rund 400 Schwule befragt. Es wurde berichtet, dass 16 Prozent Crystal Meth anwendeten, als sie das letzte Mal Analverkehr hatten. Crystal-Meth-Anwender praktizieren doppelt so häufig wie Nichtanwender ungeschützten Analverkehr. Beim letzten Analverkehr kam es zur Viagra Anwendung. Viagra-Anwender berichteten 7 mal häufiger von einem ungeschützten eindringenden Analverkehr.
Die aufeinanderfolgenden Jahre bis 2003 haben gezeigt, dass die Zahl der Syphilis Fälle unter Frauen um 50 Prozent gesunken ist, während unter Männern eine 65-Prozent-Erhöhung beobachtet wurde. Vergleichen Sie die Zahlen: Unter Frauen gab es 2003 1 229 Syphilis Fälle, das ist beinahe um die Hälfte weniger als 3 Jahre zuvor. Unter Männern wurden 2003 5 844 Syphilis Fälle registriert, im Jahre 2000 gab es nur 3 532 Fälle. Die Zahl der schwulen Männer in den genannten Syphilis Fällen beträgt 60 Prozent. Im Jahre 1999 war ihre Zahl nur 5 Prozent.
Das Gesundheitsamt in Seattle berichtete zudem von einer rasanten Erhöhung der Gonorrhoe-Fällen mit Antibiotikaresitenz unter den homosexuellen Männern. Von Oktober 2003 bis Dezember 2003 wurden beinahe 17 Prozent der ciprofloxacin-resistenten Gonorrhoe-Fälle registriert. In den drei Monaten zuvor gab es nur 4%. Die meisten Fälle der antibiotikaresistenten Gonorrhoe waren unter Schwulen.
Andere Studien fanden heraus, dass 22% von jenen, bei denen die Syphilis diagnostiziert wurde, Anwender von Partnersuche-Plattformen sind.
Männer, die Potenzpillen einnehmen, gehören zur Risikogruppe, weil sie keine Kondome anwenden. Dabei spielt die sexuelle Orientierrung keine Rolle.
Viagra und Co. sorgen für harte Erektionen, aber anscheinend nicht für Safen Sex, weil sich Potenzmittel-Anwender 2 — 3mal häufiger an Geschlechtskrankheiten anstecken als jene, die keine Potenzpillen einnehmen. Der laxe Umgang mit Verhütungsmitteln ist offenbar die Ursache dafür.
Potenzmittel waren aber an einer hohen Erkrankungsrate nicht schuld, mindestens direkt, weil die Erkrankungsrate unter betroffenen Männern bereits höher war, bevor sie mit der Einnahme von Potenzmitteln anfingen. Das bedeutet, diese Gruppe von Männern sei im Allgemeinen weniger risikobewusst als andere Männer. Ältere Männer sind auch von Geschlechtskrankheiten betroffen, weil sie seltener Kondome anwenden als junge.

Syphilis Fälle auf dem Vormarsch in Deutschland

Lange Zeit was diese Geschlechtskrankheit in Deutschland kaum verbreitet. In den letzten jahren stieg die Zahl der Erkrankungen an. Dabei sind vor allem Männer betroffen. Angesichts dieser Tendenz ist es sehr wichtig, die ersten Symptome möglichts früh zu erkennen, weil Syphilis zu Beginn meistens keine Beschwerden hat. In vielen Fällen wird diese gefährliche Geschlechtskrankheit zu spät diagnostiziert. Die Syphilis gilt als sehr ansteckend. Die Übertragung erfolgt durch Blut und bei allen sexuellen Praktiken. 2014 gab es rund 6000 Neudiagnosen. Die Zahl der auf dem heterosexuellen Weg erworbenen Syphilis blieb auf dem Niveau vom Jahr 2013. Eine 20-Prozent-Zunahme ist bei homosexuellen Männern zu verzeichnen. Der Anteil der homosexuellen Übertragung liegt bei 84 Prozent. Der Anteil heterosexueller Übertragung liegt nur bei rund 15%. Die meisten Ansteckungen finden in den Großstädten wie Berlin, München usw. statt.
Durch Internet und Dating-Apps ist es leichter geworden, neue homosexuelle Kontakte zu finden. Vor dem ersten Treffen tauscht man bereits viele Nachrichten durch eine Dating-App aus. Dadurch entsteht ein trügerisches Vertrauen wirklich schnell. Das erschwert zur Folge die Kondom-Nutzung und erhöht das Risiko für die Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten.

Syphilis Prävention

Kondome bleiben nach wie vor die kostengünstigste Möglichkeit der Vorbeugung. Die Kondom-Anwendung, regelmäßige Tests auf Geschlechtskrankheiten und eine frühere Behandlung werden die Zahl der Syphilis Fälle in Deutschland reduzieren.
Die Viagra Anwendung garantiert keinen Schutz vor HIV, AIDS und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Der bestmögliche Schutz gegen die Syphilis bleibt das Kondom.